Gerbrunn

Neues Format in Gerbrunn – CSU und SPD diskutieren gemeinsam Themen | ► 2026

Schwimmbad, Nahverkehr und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Nennt mir mal drei Dinge, die ihr mit Gerbrunn verbindet – so eröffnete Bürgermeister Stefan Wolfshörndl die außergewöhnliche Stammtischrunde in der Alten Feuerwehr. CSU und SPD Gerbrunn hatten gemeinsam geladen und neben dem Bürgermeister nahmen die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Andrea Behr (CSU) und Volkmar Halbleib (SPD) sowie die 2. Bürgermeisterin der Gemeinde Nora Kraus auf dem Podium ihren Platz ein. „Wir wollen heute nicht nur darüber sprechen, was die Parteien der Mitte trennt, sondern wie wir gemeinsam für die Gemeinde und für die Region etwas bewegen können“, so Wolfshörndl.

Für Dr. Andrea Behr (CSU) stand der Erhalt des Schwimmbades an erster Stelle. Im Bewusstsein, dass eine einzelne Gemeinde eine solche Investition ohne umfangreiche Förderung nicht finanzieren kann und auch der Unterhalt eine große Belastung bedeutet, versprach Behr das Thema auch mit in die Landespolitik zu nehmen. „Viel zu viele Kinder können heute nicht mehr schwimmen, die noch vorhandene Bäderinfrastruktur muss unbedingt erhalten werden“, so Behr weiter.

Für ihren Landtagskollegen Volkmar Halbleib (SPD) ist dies ein konkretes Beispiel, dass die Finanzausstattung der Städte und Gemeinden deutlich verbessert werden. „Auch in vielen anderen Bereichen, wie der Kinderbetreuung, bei den Schulen, im Straßenbau, stehen die Gemeinden vor riesigen Herausforderungen, die sie ohne nachhaltige Unterstützung von Bund und Land nicht schultern können.

Gerbrunn hat die letzten Jahre viel investiert. Gerade die Städtebauförderung lobte der Bürgermeister seinen Gemeinderat. „Viele Millionen Euro konnten wir in Hoch- und Tiefbau stecken“, trotzdem gibt es noch viel zu tun. Als nächstes geht der 7. Bauabschnitt in der Ortsmitte weiter, Gerbrunn investiert aktuell auch über 6 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung.

Nora Kraus, 2. Bürgermeisterin, informierte über den geplanten Familienstützpunkt. Auch wenn hier noch einige Fragen über das konkrete Aufgabenfeld offen sind, wird die Gemeinde als familienfreundlicher Standort weiter ausgebaut. Als absolut unbefriedigend empfanden die Gerbrunner die jahrelangen Verzögerungen beim Ausbau der Hubland-Anbindungen und die regelmäßig ablehnende Haltung der Stadt Würzburg zur besseren Vernetzung der Buslinien.

Auch für diese Themen versprachen Behr und Halbleib ihren persönlichen Einsatz. „Wir sehen uns als Region und müssen hier viel mehr in die Umsetzung kommen“, so Behr abschließend.

Wie wichtig auch der gesellschaftliche Zusammenhalt ist, kam am Ende des Abends zur Sprache. Demokratie und Freiheit, die Vermittlung von Reformen auf Bundesebene, die sozialen Sicherungssysteme, Pflege und Krankenversicherung, Rentenreform und mehr bestimmten den Schluss der Diskussion. „Die Menschen sind reformbereit, so Halbleib – wenn es für alle gerecht zu geht. Beschimpfungen und Schuldzuweisungen helfen hier nicht weiter. Wir haben ein starkes Land, eine wieder wachsende Wirtschaft und im europäischen Vergleich eine gute Lage. Lasst euch nicht alles schlecht reden appellierte Halbleib an die gut 50 Gäste in der Alten Feuerwehr. Man war sich einig, das Veranstaltungsformat zu wiederholen und den direkten Austausch zwischen der Politik und den Bürgern, zwischen kommunaler Ebene und der Landesebene und gerade auch zwischen den Parteien der Mitte, CSU und SPD, fortzusetzen.