Gerbrunn

Gerbrunner Gespräch: Fundamentalismus als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft | ► 2010

Der vollbesetzte Versammlungsraum in der Gerbrunner Mehrzweckhalle zeigte das große Interesse an dem Gerbrunner Gespräch der SPD am 15. April. Es sprach der Weltanschauungsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Dr. Wolfgang Behnk, über das Thema »Fundamentalismus als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft«.

Ausgehend von aktuellen Ereignissen in Afghanistan und im Nahen Osten wies der Referent darauf hin, dass man beim Stichwort »Fundamentalismus« zunächst einmal an militante politische Gruppen denke wie die radikal-islamischen Taliban oder die palestinensische Widerstandsbewegung Hamas.

Ursprünglich stamme der Begriff jedoch aus dem US-amerikanischen Protestantismus des frühen 20. Jahrhunderts, wo man die unumstößlichen Grundprinzipien des christlichen Glaubens als »fundamentals« bezeichnete und - seit 1920 - die Anhänger dieser Bewegung als »Fundamentalisten«. Diesen gehe es nicht nur um die Verlässlichekeit ihrer Glaubensgrundlagen, sondern um deren ideologische Absicherung durch unhinterfragbare theoretische Prinzipien. Als deren wichtigstes wird die wortwörtliche Eingebung der Bibel durch den Heiligen Geist angesehen, wodurch diese als buchstäblich »unfehlbar« gilt. Dies führe oft zu einer intoleranten Haltung gegenüber Menschen mit anderen Überzeugungen und Lebensweisen, bis hinzu einer aggressiven Kreuzzugsmentalität. Auch der modernen Wissenschaft stehe der Fundamentalismus ablehnend gegenüber, etwa durch Bekämpfung der Evolutionstheorie. Er nennt sich dann »Kreationismus«. Die durch ihn auch in Deutschland ausgelöste Diskussion werde auch auf dem im Mai bevorstehenden Ökumenischen Kirchentag ein Thema sein.

Der Vorsitzende der SPD Gerbrunn, Dr. Reinhard Schinzel, bedankt sich bei Dr. Behnk mit einem fränkischen Präsent.