Podiumsdiskussion der SPD Gerbrunn am 29.10.2025
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte am 23.08.2025: „Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar.“ Was genau bedeutet diese Aussage für die Kommunen und damit auch für Gerbrunn?
Darum ging es bei der gut besuchten Podiumsdiskussion „Ist der Sozialstaat noch finanzierbar? - Ja, er ist es!“ am 29.10.2025 in Gerbrunn mit Stefan Wolfshörndl (Erster Bürgermeister Gerbrunn und Vorsitzender der AWO Bayern), Dr. Kathrin Tatschner (stellvertretende Sprecherin des Seniorenbeirats), Christine Haupt-Kreutzer (stellvertretende Landrätin des Landkreises Würzburg) und Michel Hartmann (Vorsitzender des Bündnis für Familie in Gerbrunn).
Der Impulsvortrag kam von MdB Bernd Rützel, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales. Dabei wurde Bernd Rützel sehr klar: „Der Sozialstaat ist der Klebstoff unserer vielfältigen und gerechten Gesellschaft.“ Diese Aussage greift Stefan Wolfshörndl am Beispiel der Gemeinde Gerbrunn auf: „Die Gemeinde Gerbrunn steht finanziell verhältnismäßig stabil dar. Wenn nun jedoch nur noch Geld für die Pflichtaufgaben vorhanden wäre, dann müssten all die freiwilligen Leistungen wie beispielsweise Zuschüsse für Vereine gestrichen werden und damit die Ungleichheit weiter verstärkt werden.“ Auch Frau Haupt-Kreuzer bestätigt: „Es ist zwar notwendig, auch bestehende Sozialausgaben kritisch zu prüfen, jedoch nicht auf diese Art. Dadurch wird nur die Unsicherheit in den funktionierenden Sozialstaat erhöht und die Gesellschaft weiter gespalten“.
In der Diskussion wurde von Dr. Kathrin Tatschner und Michel Hartmann auf die wachsenden Aufgaben des Ehrenamtes hingewiesen. Beim Thema Ehrenamt sind sich alle Diskussionsteilnehmer einig: Es bedarf deutlich mehr ehrenamtlicher Unterstützender:innen, um die bunten und vielfältigen Angebote der Vereine und Organisationen zu erhalten und weiter auszubauen. Hier fordert die SPD Gerbrunn in ihrem Wahlprogramm für die kommende Kommunalwahl 2026 u.a. einen festangestellten Ehrenamtsmanager, der die Ehrenamtlichen vor Ort besser unterstützen kann. Auch kam die Idee für die Bundespolitik auf, dass Rentenpunkt für längere ehrenamtliche Tätigkeiten ein guter Ansatz für die Anerkennung dieser wertvollen gesellschaftlichen Arbeit wäre.