Charlotte Kurth hat dieses Gedicht für ihre SPD Gerbrunn als Geburtstagsgeschenk zum 50-jährigen Jubiläum geschrieben und bei der Festveranstaltung am 3. September 2006 vorgetragen.
Charlotte Kurth Mitglied der SPD seit 1965. Ihr Hobby ist das Kabarett. Sie ist seit 1987 Mitglied des Vereins GELA '84, für den sie den größten Teil der gereimten Texte für etwa 30 Kabarettprogramme geschrieben hat. Sie wirkte seit dem in allen Programmen mit. Ihre bevorzugte Darstellungsart ist das kabarettistische Solo in Versform. 2006 hat sie sich von der Bühne zurückgezogen und schreibt jedoch weiter Texte.
Liebe Genossen hier in Gerbrunn,
wie schnell sind doch 50 Jahre herum
und immer noch legt sich die SPD krumm.
Es standen stets, von damals bis heute
in ihren Reihen ganz tolle Leute.
Ihr hörtet nun Namen von Jungen und Alten,
die halfen den Ortsverein mit zu gestalten.
Nun schwirrt Euch der Kopf von Reden und Loben,
aus örtlichen Kreisen und auch von ganz oben.
Doch mir fiel was auf und ich sage wie's ist,
ich hab' den Vertreter aus München vermisst.
Es kann ja doch sein, es gibt wohl noch Schranken,
München ist weit und wir sind in Franken.
Doch es ist uns gelungen, trotz Kessel und Treiben,
in Bayerischen Landen präsent zu bleiben.
Und fragt uns einer hinterrücks doch:
»Ja, lebt denn die SPD hier immer noch?«
Dann sagen wir laut und deutlich »Ja,
die alte Tante ist immer noch da«.
Und lebt gegenwärtig vergangenheitsschwer,
als Fels in der Brandung im schwarzen Meer.
Oder auch anders herum gedacht,
als Pfahl im Fleische der bayerischen Macht.
Doch liebe Genossen im Ortsverein,
alte Tanten dürfen manchmal auch müde sein.
Durch all die Jahre, mal Riese, mal Zwerg,
von der Bismarckzeit über Godesberg,
fast einhundertfünfzig Jahre am Stück,
mit Höhen und Tiefen und dem Krieg im Genick,
das hat sie auf ihrem Buckel getragen,
welche Partei kann das von sich sagen?
Jetzt seit Ihr berufen, Ihr Nichten und Neffen,
mit neuen Ideen in das Schwarze zu treffen.
Das Erbe mit Schwung und Stärke zu gestalten,
das Recht und die Freiheit hoch zu halten
und wie es seit jeher geschrieben steht,
nicht zu vergessen, dass es solidarisch zugeht!
Und sage vielleicht einer, dass es ihn schmerzt,
wenn man da oben sich küsst und sich herzt,
dann denkt daran, im richtigen Leben,
soll's auch so manchen Seitensprung geben.
Es ist nur ein Umweg im besonderen Falle,
Cosi fan tutte, so machen's doch alle!
Nun schaut Euch das Rathaus, die Partei einmal an,
bei uns hier im Ort sind die Jungen längst drann.
Wir alten Genossen sehen das mit viel Stolz,
es wächst weiter nach auf dem alten Holz,
und macht Ihr es besser, was wir angestrebt,
dann haben auch wir nicht umsonst nur gelebt.
Fünfzig Jahre vor Ort und noch immer hellwach,
das macht uns so schnell wohl kein anderer nach.
Darum feiern wir heute und wie eh und je,
unseren Ortsverein hier und die SPD.
Und wollt Ihr wissen, wie's geht und warum,
Ihr Münchner, Ihr Berliner, dann schaut auf Gerbrunn.