Auf Initiative von Bürgermeisterkandidat Stefan Wolfshörndl kam es zu einem Treffen mit Dr. Konrad Schliephake vom Geographischen Institut der Uni Würzburg und interessierten Bürgern am Casteller Platz in Gerbrunn. Der Treffpunkt wurde gewählt, weil dort durch das unerwartet hohe Verkehrsaufkommen, zwei Straßeneinmündungen (Rottendorfer Straße, Otto-Hahn-Straße) und Bushaltestellen für Fußgänger eine gefahrlose Straßenüberquerung immer schwieriger wird. Auf die Frage, ob aus seiner Sicht an dieser Stelle die Einrichtung eines Zebrastreifens - auch gegen die Bedenken der Polizei - durchsetzbar sei, sagte Dr. Schliephake, dass das sicher machbar wäre, vorausgesetzt, der Gemeinderat steht voll dahinter. Der Verkehr sollte an diesem neuralgischen Punkt durch eine "Rechts vor Links-Regelung" verlangsamt werden. Die vorhandene Aufpflasterung der Straße lasse den Autofahrer ohnehin erkennen, dass mit Begrenzungen zu rechnen sei, so Schliephake weiter.
Zum Thema »Öffentlicher Personennahverkehr« erwartet Dr. Schliephake eine Verbesserung des Dialogs zwischen Stadt und Landkreis nach den Kommunalwahlen. Eine gute Sache nannte er die Bus-Linie 34 (Heidingsfeld-Frauenland-Uni am Hubland-Gerbrunn-Gewerbegebiet Würzburg -Ost-Lengfeld). Die Linie 14 nach Gerbrunn sei allerdings unpünktlich und völlig überlastet. Um eine Verkürzung der Taktzeiten von bisher 20 Minuten zu erreichen, ist jedoch damit zu rechnen, dass die WSB eine Kostenbeteiligung von der Gemeinde verlangen wird. Langfristig sei, wie auch im Nahverkehrsplan für die Stadt und den Landkreis Würzburg vorgesehen, der Bau einer Straßenbahnlinie nach Gerbrunn erforderlich.
Für das von Wolfshörndl angestrebte Erstellen eines professionellen Verkehrskonzeptes für Gerbrunn, das die Interessen von Individualverkehr und öffentlichem Personennahverkehr berücksichtigt, sagte Dr. Schliephake Hilfestellung zu. Studenten des Geographischen Instituts könnten Datengrundlagen mit Statistiken über die Verkehrssituation erstellen. Die Planungen selbst seien aber von Fachleuten zu erarbeiten.
Karl Loritz